Familien werden durch Abschiebung auseinandergerissen

Die Abschiebungen in Kriegsgebiete gehen weiter. Gestern wurden nach unseren Informationen vom Flughafen München 14 Afghanen abgeschoben: 7 aus Nordrhein-Westfalen, je einer aus BaWü, Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg, sowie 3 aus Bayern.

Zu zwei der Abgeschobenen aus Bayern haben wir mehr Informationen: Der eine arbeitete bei Burger King in München, hatte eine deutsche Freundin, lebte seit mehr als sechs Jahren in Deutschland. Der Asylfolgeantrag wurde vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) als unzulässig zurückgewiesen. Trotz einem breit begründeten Eilantrag lehnte das Verwaltungsgericht München am Montagabend um 21 Uhr eine Behandlung ab. Das Bundesverfassungsgericht sah keine Veranlassung, sich dann noch mit dem Fall zu befassen.

Der andere war erst seit Oktober in Deutschland. Sein Asylantrag in Dänemark war abgelehnt worden, er ist Muslim, mit einer Afghanin mit deutschem Pass verheiratet und lebte in der Nähe von Nürnberg. Für die standesamtliche Heirat fehlte nur noch der Pass. Er wurde gestern Morgen in der Unterkunft verhaftet. Der Anwalt hat wohl nichts unternommen.

Demonstration gegen die Abschiebungen nach Afghanistan am 24.04.2017 am Flughafen München (Fotos: Werner Gaßner)