Kreativer Protest - ein Mittel im Umgang mit dem neuen Rechtspopulismus?

Jedes Jahr wird in München vor dem Christopher Street Day die "Pride Week" mit vielen verschiedenen Veranstaltungen begangen. "Pride" ist ein Begriff aus der queeren Bewegung, um den selbstachtenden und damit stolzen Umgang mit der eigenen sexuellen Identität zu beschreiben. Im Rahmen der diesjährigen Pride Week zeigte das City Kino am 10. Juli den Film:  "Rainbow on Tour – Kreativer Protest in der Ukraine". Die Veranstaltung wurde von der Münchner Gruppe Munich Kyiv Queer organisiert. Die Gruppe, 2012 nach dem CSD in München entstanden, setzt sich speziell für die Menschenrechtssituation homo-, bi- und transsexueller Menschen in der Ukraine ein.

Ludmila Kyrylenko, Claudia Stamm, Naomi Lawrence und Conrad Breyer beim Gespräch im Münchner City Kino

Ludmila Kyrylenko, Claudia Stamm, Naomi Lawrence und Conrad Breyer beim Gespräch im Münchner City Kino

In ihrer Dokumentation erzählen die Filmemacherinnen Ludmila Kyrylenko und Vera Yakovenko aus Kyiw von den Abenteuern, die die Künstlerin in den Tagen vor dem KyivPride 2016 in der Ukraine erlebt hat. Im Anschluss gab es ein Gespräch mit der Filmemacherin Ludmila Kyrylenko, Naomi Lawrence und der Vorsitzenden von mut Claudia Stamm. Das Thema: "Kreativer Protest – ein probates Mittel gegen den neuen Rechtspopulismus auch in Deutschland?". 

Claudia Stamm unterstützte die Idee des Kreativen Protestes, erzählte auch von Aktionen aus ihrer eigenen Vergangenheit . Zum Rechtspopulismus in Deutschland stellte sie sich die Frage ob wir als Gesellschaft zu spät gegen das Wiedererstarken der rechten Kräfte vorgegangen sind und nun die Bühne die diesen Kräften gegeben wird, überdimensioniert groß ist und gab darauf gleich die Antwort: "Aber die rechten Kräfte sind nicht die Mehrheit!". In diesem Sinne machte sie Mut, durch neue Protestformen und mit Zivilcourage kreativ zu zeigen, dass es eine breite Mehrheit gibt, die FÜR Menschlichkeit, Menschenrechte und Gleichberechtigung einsteht.

Werner Gaßner